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	<title>Welt am Sonnabend</title>
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	<description>Journal des Luxus und der Moden</description>
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		<title>Meine Abenteuer mit der F.A.Z.</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 09:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Sonnabend</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich gebe auf, denn ich kann nicht mehr. Ich habe alles gegeben, aber der Wächter lässt mich einfach nicht ein. Ich habe Stunden um Stunden verbracht, habe gemailt, telefoniert &#8211; vor allem telefoniert &#8211; , ich habe mich wirklich bemüht, aber der Eingang bleibt vor mir verschlossen. Dabei ist mein Ansinnen eigentlich ein Alltägliches. Es [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=542&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gebe auf, denn ich kann nicht mehr. Ich habe alles gegeben, aber der Wächter lässt mich einfach nicht ein. Ich habe Stunden um Stunden verbracht, habe gemailt, telefoniert &#8211; vor allem telefoniert &#8211; , ich habe mich wirklich bemüht, aber der Eingang bleibt vor mir verschlossen.</p>
<p>Dabei ist mein Ansinnen eigentlich ein Alltägliches. Es sollte eigentlich binnen Minuten erledigt sein, und alle Beteiligten könnten glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben. Weit gefehlt: Die weithin gerühmte Qualitätszeitung F.A.Z. auf dem iPad zu lesen ist mir nicht vergönnt. Dabei ist mein Fall gar nicht so ungewöhnlich. Mein Arbeitgeber bezieht mehrere F.A.Z.-Abos und in Kombination mit einem dieser Abos möchte ich das vergleichsweise kostengünstige e-Paper-Angebot nutzen. Denn ich lese die Zeitung vor allem im beruflichen Kontext.  Das bekommt die ehrwürdige Zeitung aber nicht hin. Eine kurze Zeit lang konnte ich zwar tatsächlich die Zeitung auf dem iPad lesen, aber dann erhielt ich irgendwann die gesalzene Rechnung, nämlich ohne den kombinierten Abo-Rabatt. Was folgte waren quälende Vormittage in der Hotline der F.A.Z., Gespräche mit immer freundlichen und hilfsbereiten, aber oft ahnungslosen Hotline-Mitarbeitern, Kundennummer- und Auftragsnummer-Orgien, die ständige Versicherung, jetzt sei alles in Ordnung und ich könne mich problemlos einloggen &#8230; Nein, nichts war in Ordnung. Nirgendwo konnte ich mich einloggen, immer blinkten Fehlermeldungen, immer waren meine dargebotenen Kundennummern, Auftragsnummern, Passwörter oder Anmeldennamen wahlweise falsch oder unbekannt. Zwischenzeitlich schickte die Zeitung Mahnungen, worauf wieder Anrufe nötig wurden und die abermalige Zusicherung, jetzt habe man aber alles eingerichtet.</p>
<p><span class="Apple-style-span">Dann kam der Tag des heldenhaften Hotline-Mannes, des Möglichmachers, des unerschrockenen Kämpfers im Namen der Kundennummer, der nur sagte: &#8222;Oh, das ist aber unübersichtlich! Aber das kriegen wir hin!&#8220; Ja, Hoffnung keimte in mir auf, im gramgebeugten Fast-FAZ-Leser  glomm noch ein Fünkchen Leben, müde hob ich die bleischweren Lider: Sollte da draußen wirklich noch echtes Leben sein? Ja, der Hotline-Held hauchte seinen lebensspendenden Odem aus, und siehe da: es ging! ES GING! </span></p>
<p><span class="Apple-style-span">Ich konnte F.A.Z. auf dem iPad lesen! Es kam die richtige Rechnung! HURRA! Doch, ach, die Freude währte nicht lange. Denn ein Jahreswechsel stand an. Ja, ein Jahreswechsel, der offensichtlich verheerende Wirkung auf das Kundennummer- und Auftragsnummer-Management der F.A.Z. hat. Ich bin wieder unbekannt. Ich bin wieder ein Niemand. Die iPad-App erkennt mich nicht mehr. Alle Nummern-, Anmeldenamen- und Passwort-Kombinationen fruchten nichts: Man will mich nicht. </span>Und es ist mir gleichgültig: Sollen sie ruhig hunderte von Euro in Rechnung stellen, ich werde mich nicht mehr rühren. Ich bin ein gebrochener Leser. Ein nachhaltig geschädigtes Hotline-Opfer. Das Wort &#8222;Auftragsnummer&#8220; verursacht mir Schmerzen.</p>
<p>Nur eines bereitet mir in lichten Momenten hin und wieder ein wenig Freude. Dann richte ich mich schwerfällig auf, geblendet von dem schmalen Sonnenstrahl, der durch die nicht ganz geschlossenen Fenstervorhänge fällt, und blinzle lächelnd vor mich hin: Von allen Zeitungs-Apps, die ich jemals auf dem iPad las, ist die der F.A.Z. mit Abstand die Schlechteste.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltamsonnabend.wordpress.com/542/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltamsonnabend.wordpress.com/542/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltamsonnabend.wordpress.com/542/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltamsonnabend.wordpress.com/542/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltamsonnabend.wordpress.com/542/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltamsonnabend.wordpress.com/542/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltamsonnabend.wordpress.com/542/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltamsonnabend.wordpress.com/542/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltamsonnabend.wordpress.com/542/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltamsonnabend.wordpress.com/542/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltamsonnabend.wordpress.com/542/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltamsonnabend.wordpress.com/542/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltamsonnabend.wordpress.com/542/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltamsonnabend.wordpress.com/542/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=542&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Zwischen allen Stühlen</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 22:07:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Sonnabend</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein kurzes Fazit zum Forum Wissenschaftskommunikation 2011. Das „Forum Wissenschaftskommunikation“ (FWK) stand in diesem Jahr (6. bis 8. Dezember 2012 in Köln) erstmals unter einem Motto: „Zwischen den Stühlen. Wissenschaftskommunikation im Spannungsfeld von Politik, Gesellschaft und Wissenschaft“. Ich hatte als Mitglied der Programmkommission frühzeitig darauf gedrungen, das Forum unter ein Oberthema zu stellen. Denn schließlich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=523&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein kurzes Fazit zum Forum Wissenschaftskommunikation 2011.</strong></p>
<div id="attachment_524" class="wp-caption alignleft" style="width: 1034px"><a href="http://weltamsonnabend.files.wordpress.com/2011/12/odysseum.jpg"><img class="size-large wp-image-524" title="Odysseum" src="http://weltamsonnabend.files.wordpress.com/2011/12/odysseum.jpg?w=1024&#038;h=1024" alt="" width="1024" height="1024" /></a><p class="wp-caption-text">Odysseum Köln, 6. 12. 2011</p></div>
<p>Das <a title="Forum Wissenschaftskommunikation bei WID" href="http://www.wissenschaft-im-dialog.de/wissenschaftskommunikation/forum/forum-2011.html" target="_blank">„Forum Wissenschaftskommunikation“ </a>(FWK) stand in diesem Jahr (6. bis 8. Dezember 2012 in Köln) erstmals unter einem Motto: „Zwischen den Stühlen. Wissenschaftskommunikation im Spannungsfeld von Politik, Gesellschaft und Wissenschaft“. Ich hatte als Mitglied der Programmkommission frühzeitig darauf gedrungen, das Forum unter ein Oberthema zu stellen. Denn schließlich schwebt Wissenschaftskommunikation nicht im freien Raum, sondern ist vielfältigen Prozessen unterworfen, entwickelt sich weiter, streift Altes ab und begegnet neuen Aufgaben. Um so wichtiger ist es, dass sich die Schar derer, die sich professionell mit der Kommunikation von Wissenschaft beschäftigt, nicht bloß einmal im Jahr irgendwo trifft, um die immer gleichen Probleme zu diskutieren, sondern das eigene Tun im Licht der oben beschriebenen Prozesse reflektiert. Ein jährliches Treffen wie das FWK bietet die Möglichkeit, zu überprüfen, wo „die Wissenschaftskommunikation“ steht, ob und wie sie sich weiter entwickelt.</p>
<p>Die eigentliche Frage, auf die das diesjährige Motto zielte, war die Frage nach den Chancen und Hindernissen der Profession. Wie professionell können eigentlich Kommunikatoren sein, die sich beispielsweise eigentlich längst im Web tummeln müssten, aber ständig von Chefs ausgebremst werden, die noch immer in ihren alten Papierwelten leben? Wie können Kommunikatoren eigentlich auf den rapiden Bedeutungsverlust der herkömmlichen (Print-)Medien reagieren, wenn Sie doch im eigenen Hause immer noch am Umfang des Pressespiegels gemessen werden? Was bedeutet die Digitalisierung von Kommunikationsprozessen? Wie stark wandelt sich das Berufsbild des Presseprechers oder Öffentlichkeitsarbeiters und was bedeutet das für die Kommunikationsformen und -instrumente, die ihm zur Verfügung stehen?</p>
<p>Ein großes Feld also, das auf dem Forum hätte beackert werden können. Doch nur wenig von all diesen interessanten Themen schien beim Forum wirklich auf. Schon die Auftaktvorträge ließen fast alles zu wünschen übrig. Ranga Yogeshwar übte bei seinem Vortrag über die Medien-Berichterstattung zu Fukushima zwar scharfe Kritik an Medien und stellte die journalistische Kompetenz vieler Berichterstatter in Frage, doch letztlich war die Botschaft dann doch nur, was für ein pfiffiges Kerlchen dieser Yogeshwar dagegen doch ist. Für die Zuhörer barg dieser Vortrag dann höchstens die Einsicht, dass Massenmedien noch blöder sind als ohnehin vermutet, und dass &#8211; soweit auch nicht unbedingt etwas Neues &#8211; lieber der größte Quatsch über die Sender geht, bevor man erst einmal ordentlich recherchiert.</p>
<p>Einem nichtssagenden, inspirationslosen Beitrag aus dem Bundesbildungsministerium folgte dann der hochdekorierte Max-Planck-Forscher Ferdi Schüth, der die eigentlich spannende Aufgabe übernommen hatte, die Erwartungen der Wissenschaft an die Wissenschaftskommunikation zu skizzieren. Sein Vortrag war einer der Tiefpunkte des gesamten Forums und hätte in dieser Form auch gut in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gehalten werden können. Schüth malte das Bild des gutmütigen, aber weltfremden Wissenschaftlers, der eigentlich keine Zeit und Lust hat, etwas anderes zu tun, als zu zu forschen. Kommunikatoren gestand er höchstens eine servile Rolle als Steigbügelhalter für die wissenschaftlichen Eminenzen zu. Wir kennen das: Pressesprecher, die an mehrseitige Pressetexte nur noch ein Schleifchen dranstricken dürfen, und das Ganze dann „den Medien“ verkaufen sollen. <a title="Wissenschaft kommuniziert" href="http://wissenschaftkommuniziert.wordpress.com/2011/12/07/die-wunsche-der-wissenschaftler-sehr-bescheiden/" target="_blank">Reiner Korbmann hat in seinem Blog ausführlich über den Vortrag Schüths berichtet.</a> Seiner Kritik ist nicht viel hinzuzufügen.</p>
<p>Ein weiteres Problem des diesjährigen Forums trat ebenfalls deutlich zu Tage: Den Großteil des Programms aus den Vorschlägen eines „Call for Papers“ zu bestreiten, ist langfristig keine gute Idee. Das Programm zerfaserte, zu viele eingereichte Beiträge gingen am Thema der Tagung vorbei oder streiften es nur gelegentlich am Rande. „Wissenschaft im Dialog“ als Veranstalter sollte in Zukunft meiden, es allen Recht machen zu wollen. Das führt zu Beliebigkeit und einem bedenklichen Absinken des Qualitätsniveaus mancher Sessions. Das Programm braucht deutlich mehr Struktur und thematische Bindung an das Zentralmotto. Zudem müssten die Themen und Personen der zentralen Vorträge und Sessions durch das Programmkomitee festgelegt bzw. ausgewählt werden.</p>
<p>Das Bedürfnis vieler Teilnehmer nach konkreten Hilfestellungen für die tägliche Arbeit könnte gut durch eine Workshop-Reihe parallel zum Hauptprogramm aufgefangen werden. Und all jene, die Aspekte vorstellen möchten, die etwas abseits der großen Themen liegen, könnten dies wunderbar in einer eigens eingerichteten „Speakers Corner“ tun. Dort wären dann alle frei, über das zu reden, was ihnen am Herzen liegt. Und alle anderen wären ebenso frei, zu entscheiden, ob sie sich das anhören mögen.</p>
<p><strong>UPDATE, 12.12.2011, 14:30 Uhr:</strong></p>
<p>Zwei interessante Blogposts zum FWK11 möchte ich allen Interessierten noch ans Herz legen:</p>
<p><a title="Erklärfix" href="http://ht.ly/7WbVx" target="_blank">Christoph Larssen: Monolog statt Dialog</a><br />
<a title="Linked2Communication" href="http://www.mfromm.de/2011/12/shakehands-aber-keine-kratzspuren-am-pruefstein/" target="_blank">Matthias Fromm: Shakehands, aber keine Kratzer am Prüfstein</a></p>
<p>Interessant auch noch mal zum Nachlesen ist der <a title="Twitter-Stream FWK11" href="https://twitter.com/#!/search/realtime/%23fwk11" target="_blank">Twitter-Stream zum FWK11</a>.</p>
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<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltamsonnabend.wordpress.com/523/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltamsonnabend.wordpress.com/523/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltamsonnabend.wordpress.com/523/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltamsonnabend.wordpress.com/523/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltamsonnabend.wordpress.com/523/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltamsonnabend.wordpress.com/523/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltamsonnabend.wordpress.com/523/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltamsonnabend.wordpress.com/523/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltamsonnabend.wordpress.com/523/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltamsonnabend.wordpress.com/523/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltamsonnabend.wordpress.com/523/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltamsonnabend.wordpress.com/523/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltamsonnabend.wordpress.com/523/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltamsonnabend.wordpress.com/523/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=523&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Bombay Bicycle Club: A Different Kind of Fix</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 21:34:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Sonnabend</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[a different kind of fix]]></category>
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		<description><![CDATA[Höchste Zeit, ein Album zu loben, das ich jetzt schon wochenlang immer wieder komplett durchhöre, und das mich jedes Mal wieder neue Höhepunkte entdecken lässt. Die Rede ist von dritten Album des Bombay Bicycle Club: A Different Kind of Fix. Nachdem die vier Jungs aus Britannien 2009 ihr erstes, vielbeachtetes und vielgelobtes Indie-Rock-Album „I Had [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=512&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><a href="http://weltamsonnabend.files.wordpress.com/2011/12/bombay-bicycle-club-a-different-kind-of-fix.jpg"><img class="size-full wp-image-513 aligncenter" title="bombay-bicycle-club-a-different-kind-of-fix" src="http://weltamsonnabend.files.wordpress.com/2011/12/bombay-bicycle-club-a-different-kind-of-fix.jpg?w=490" alt=""   /></a></p>
<p>Höchste Zeit, ein Album zu loben, das ich jetzt schon wochenlang immer wieder komplett durchhöre, und das mich jedes Mal wieder neue Höhepunkte entdecken lässt. Die Rede ist von dritten Album des Bombay Bicycle Club: A Different Kind of Fix. Nachdem die vier Jungs aus Britannien 2009 ihr erstes, vielbeachtetes und vielgelobtes Indie-Rock-Album „I Had The Blues But I Shook Them Loose“ vorgelegt hatten, wagten sie mit &#8222;Flaws“ (2010) einen vollkommenen U-Turn in den Folk, nur um jetzt mit dem dritten Album wieder etwas völlig Neues vorzulegen.</p>
<p>Allerdings ist es fast unmöglich, dieses Gesamtkunstwerk in angemessenen Worten zu beschreiben, ohne ständig zu vergleichen: Hier klingen sie ein wenig wie Foals und da ein bisschen wie Coldplay in ihrer Frühzeit. Doch so richtig weiter führen solche Vergleiche nicht.</p>
<p>Jeder der dreizehn Songs ist eine eigene Welt. Kaum hat man als Hörer den Mut gefasst, die Ohren auf eine bestimmte Richtung einzuschwören, ereignet sich schon wieder etwas völlig anderes. Und trotzdem ist es unverkennbar BBC: fließend dominante Bassläufe, eine unerbittlich voranpeitschende Rythmusabteilung, dunkle satte Riffs, überstrahlt von sphärenhaften Synthieteppichen wie auf dem für mich ohnehin alles überstrahlenden „Bad Timing“.</p>
<p>Ihr großartiges Düsseldorfer Konzert (24.11.2011) begann die Band mit dem höchst eingängigen „Shuffle“ , das auf dem Album beweist, welche exzellente Qualität die Band mit ihrem vielstimmigen Gesang mittlerweile erreicht hat. Überhaupt der Gesang: Was Frontmann Jack Steadman mit seinem Organ zu leisten vermag, durfte er schon auf „Flaws“ ausgiebig demonstrieren. Auch auf dem aktuellen Album zeigt er, dass seine außergewöhnliche Stimme einen Großteil der Faszination BBC ausmacht.</p>
<p>Auf der Bühne in Düsseldorf, bei einem von nur drei Konzerten in Deutschland, waren Steadman und seinen Kumpanen ebenfalls hochpräsent, auch wenn die stimmlichen Qualitäten der Band unter Live-Bedingungen naturgemäß etwas litten. Die sonstigen Qualitäten der Live-Band BBC sind hingegen unbestritten: Wie knalltrocken diese Jungspunde ihre Musik  dem Publikum um die Ohren zu hauen verstehen, war schon ein großer Genuss. Und doch hatte man das Gefühl, dass noch viel mehr möglich ist: Gern hätte man sich gewünscht dass die Stücke, einmal ins Rollen gekommen, auch mal weiter rollen dürfen als auf dem Studio-Album. Headbanging inklusive.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltamsonnabend.wordpress.com/512/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltamsonnabend.wordpress.com/512/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltamsonnabend.wordpress.com/512/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltamsonnabend.wordpress.com/512/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltamsonnabend.wordpress.com/512/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltamsonnabend.wordpress.com/512/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltamsonnabend.wordpress.com/512/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltamsonnabend.wordpress.com/512/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltamsonnabend.wordpress.com/512/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltamsonnabend.wordpress.com/512/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltamsonnabend.wordpress.com/512/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltamsonnabend.wordpress.com/512/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltamsonnabend.wordpress.com/512/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltamsonnabend.wordpress.com/512/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=512&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Carsten Rohlfs über den Lernort Schule</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 20:19:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Sonnabend</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[begabung]]></category>
		<category><![CDATA[bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[So wünscht man sich einen Professor von heute. Ein spannendes Interview mit Carsten Rohlfs, Professor an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und Experte für Schulpädagogik und Methoden der Bildungsforschung.Ein Gespräch über die Zwangsveranstaltung Schule und die Bildungsbegeisterung von Migranten, das offenbar vorhandene Bedürfnis nach Disziplin und nach einfachen Antworten auf Probleme, das Lernen von guten Beispielen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=501&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='embed-vimeo' style='text-align:center;'><iframe src='http://player.vimeo.com/video/32579527' width='400' height='225' frameborder='0'></iframe></div>
<p>So wünscht man sich einen Professor von heute. Ein spannendes Interview mit Carsten Rohlfs, Professor an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und Experte für Schulpädagogik und Methoden der Bildungsforschung.<br style="color:#a0a095;font-family:arial, helvetica, sans-serif;font-size:20px;line-height:24px;text-align:left;background-color:#ffffff;margin:0;padding:0;" /><br style="color:#a0a095;font-family:arial, helvetica, sans-serif;font-size:20px;line-height:24px;text-align:left;background-color:#ffffff;margin:0;padding:0;" />Ein Gespräch über die Zwangsveranstaltung Schule und die Bildungsbegeisterung von Migranten, das offenbar vorhandene Bedürfnis nach Disziplin und nach einfachen Antworten auf Probleme, das Lernen von guten Beispielen und den Selektionsmechanismus Schule, der Begabung auch zerstören kann.<br style="color:#a0a095;font-family:arial, helvetica, sans-serif;font-size:20px;line-height:24px;text-align:left;background-color:#ffffff;margin:0;padding:0;" /><br style="color:#a0a095;font-family:arial, helvetica, sans-serif;font-size:20px;line-height:24px;text-align:left;background-color:#ffffff;margin:0;padding:0;" />Carsten Rohlfs sagt: &#8222;Das Problem ist, dass die Schule eine Zwangsveranstaltung ist. Schüler finden Leistung und Erfolg gar nicht so uncool. Für die meisten ist es ganz, ganz wichtig.&#8220;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltamsonnabend.wordpress.com/501/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltamsonnabend.wordpress.com/501/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltamsonnabend.wordpress.com/501/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltamsonnabend.wordpress.com/501/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltamsonnabend.wordpress.com/501/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltamsonnabend.wordpress.com/501/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltamsonnabend.wordpress.com/501/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltamsonnabend.wordpress.com/501/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltamsonnabend.wordpress.com/501/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltamsonnabend.wordpress.com/501/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltamsonnabend.wordpress.com/501/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltamsonnabend.wordpress.com/501/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltamsonnabend.wordpress.com/501/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltamsonnabend.wordpress.com/501/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=501&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Kindle, oder: Die Essenz des Lesens</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 23:04:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Sonnabend</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innovationen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[buch]]></category>
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		<description><![CDATA[Neulich beim Renovieren wurde es mir wieder schmerzlich bewusst. Es war sozusagen physisch spürbar: Bücher zu besitzen ist Unsinn. Man stellt sie sich jahrelang, sogar jahrzehntelang ins Bücherregal und würdigt sie doch keines Blickes mehr. Oder nur dann, wenn man gerade wieder einmal renoviert. Ich kann mich überhaupt an kein Buch erinnern, das ich zweimal [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=492&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich beim Renovieren wurde es mir wieder schmerzlich bewusst. Es war sozusagen physisch spürbar: Bücher zu besitzen ist Unsinn. Man stellt sie sich jahrelang, sogar jahrzehntelang ins Bücherregal und würdigt sie doch keines Blickes mehr. Oder nur dann, wenn man gerade wieder einmal renoviert.</p>
<p>Ich kann mich überhaupt an kein Buch erinnern, das ich zweimal gelesen hätte. Selbst meine Lieblingsbücher habe ich nach einmaliger Lektüre nie wieder angeschaut. Vielleicht sind sie auch nur deshalb meine Lieblingsbücher, weil ich sie in guter Erinnerung habe. Vielleicht fände ich sie nach abermaliger Lektüre und mit dem Abstand vieler Jahre langweilig, öde oder gar ärgerlich schlecht?</p>
<p>Zugegeben: Ich finde es beruhigend, dass manche Bücher im Regal stehen. Sie stehen für eine bestimmte Phase meines Lebens, manchmal für ein Lebensgefühl. Sie zeigen mir, dass ich eine Geschichte habe. Und genau das ist das Problem mit Büchern: Sie sind Projektionen unserer Wünsche, Erinnerungen und Träume. So ist es mit vielen Dingen, mit denen wir uns in unseren Wohnungen und Häusern umgeben. Sie sollen uns zeigen, dass wir leben.</p>
<p>Das ist auch bei der Musik der Fall. Bei den alten Vinyl-Platten, die wir im Keller lagern, weil wir längst keinen Plattenspieler mehr haben, aber sie trotzdem nicht wegwerfen können. Weil sie uns an unsere Jugend erinnern, an die erste Liebe oder an die wilde Studentenzeit. Selbst die noch relativ junge CD staubt schon in den Regalen vor sich hin, weil Musik heute auf unseren Festplatten und Abspielgeräten lagert. Was kommt eigentlich als Nächstes? Wir laufen durch die Wohnung, rufen der Großen Siri (oder wie auch immer sie heißen mag) einen Musiktitel zu und schon dröhnt es aus den Boxen?</p>
<p>Beim Buch ist es ja fast schon so. Seit ich mir jüngst ein preiswertes Kindle kaufte, kann ich der Großen Amazone einen Buchtitel zurufen und keine 15 Sekunden später hat sie es auf den Kindle gesendet. Unabhängig davon, ob es ein schmales Bändchen oder ein 700-Seiten-Schinken ist. In der digitalen Welt sind Wörter lediglich ein Massengut.</p>
<p>Man kann die Probe aufs Exempel machen: Wann immer man mit einem Menschen  über das Lesen auf elektronischen Geräten spricht, fallen unweigerlich die Worte „Haptik“ und „Geruch“. Der herkömmliche Büchermensch will seine Bücher halt fühlen und riechen. Will Eselsohren hineindrücken oder Notizen hineinkritzeln. Und er will das Buch hinterher in sein Regal stellen und es besitzen.</p>
<p>So viel Liebe hält ein Kindle gar nicht aus. Dabei bietet er nichts anderes als das gedruckte Buch. Die Worte auf seinem Bildschirm ergeben denselben Sinn, erschaffen dieselbe Welt, erzählen dieselbe Geschichte. Aber ohne philosophischen Überbau. Ohne die Aura des Buches, das uns ständig zuraunt: „Liebe mich! Ehre mich! Besitze mich!“ Der Kindle hat derlei Anbiederung nicht nötig. Er tut das, was er soll: Er zeigt Buchstaben in der richtigen Reihenfolge an. Er ist ein nüchterner, diskreter Butler. Das Buch aber ist eine anspruchsvolle Adlige, die ständig im Mittelpunkt stehen will.</p>
<p>Der Kindle ist die Essenz des Lesens. Er lenkt uns nicht mit philosophischen Überhöhungen ab, sondern lässt uns unbehelligt lesen. Und er fordert nichts von uns: Bits sind geduldiger als Papier.</p>
<p>Vielleicht werde ich in 20 Jahren meinen alten Kindle aus dem Keller hochholen und versonnen in alten Texten blättern. Aber das ist eher unwahrscheinlich. Wie gesagt: Meine alten Bücher sind mir eigentlich gleichgültig. Wahrscheinlich blättere ich dann eher in einem opulenten Bildband oder in einem verführerischen Coffetable-Book, das nach allen Regeln der Buchdruckerkunst hergestellt wurde. Bücherregale werde ich nicht mehr haben. Nur noch ein ganz kleines. Darin stehen meine Lieblingsbücher, die ich zwar besitze, aber dennoch nie in die Hand nehme.</p>
<p>Alles andere wird der Geschichte anheimfallen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltamsonnabend.wordpress.com/492/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltamsonnabend.wordpress.com/492/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltamsonnabend.wordpress.com/492/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltamsonnabend.wordpress.com/492/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltamsonnabend.wordpress.com/492/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltamsonnabend.wordpress.com/492/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltamsonnabend.wordpress.com/492/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltamsonnabend.wordpress.com/492/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltamsonnabend.wordpress.com/492/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltamsonnabend.wordpress.com/492/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltamsonnabend.wordpress.com/492/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltamsonnabend.wordpress.com/492/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltamsonnabend.wordpress.com/492/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltamsonnabend.wordpress.com/492/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=492&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Schmeißt Eure Pressemitteilungen weg!</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 21:27:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Sonnabend</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Denkler]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunkationskongress]]></category>
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		<category><![CDATA[Pressesprecher]]></category>
		<category><![CDATA[süddeutsche]]></category>

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		<description><![CDATA[Medien, vor allem die etablierten Online-Portale, sind austauschbar und oft belanglos. In ihrer Mut- und Ratlosigkeit schielen sie ausschließlich auf den Massengeschmack. Das ist die große Chance für die PR-Branche: Wer jetzt zum eigenen Sender wird, kann die richtigen Zielgruppen erreichen. Doch dazu gehören Mut und Ausdauer. Zwischen Journalismus und PR verläuft nach wie vor [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=476&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Medien, vor allem die etablierten Online-Portale, sind austauschbar und oft belanglos. In ihrer Mut- und Ratlosigkeit schielen sie ausschließlich auf den Massengeschmack. Das ist die große Chance für die PR-Branche: Wer jetzt zum eigenen Sender wird, kann die richtigen Zielgruppen erreichen. Doch dazu gehören Mut und Ausdauer.</strong></p>
<p>Zwischen Journalismus und PR verläuft nach wie vor ein tiefer Graben. Beide Sphären sind unmittelbar aufeinander angewiesen und dennoch ist das Verhältnis von viel zu hohen Erwartungen und falschen Hoffnungen geprägt. Besonders deutlich wurde das wieder auf dem diesjährigen „<a title="Kommunikationskongress 2011" href="http://www.kommunikationskongress.de/" target="_blank">Kommunikationskongress</a>“ des Pressesprecherverbandes in Berlin.</p>
<p><span id="more-476"></span>In zwei Sessions, die ich besuchte, formulierten Journalisten aus Print, TV, Hörfunk und Online ihre je eigenen Anforderungen an die „bestmögliche“ Pressearbeit. Fazit: Gäbe es die perfekte Pressestelle, wäre diese von frühmorgens bis spätabends besetzt, würde binnen kürzester Zeit zu allen möglichen Belangen sprechfähig sein und in der Lage, stante pede O-Ton-fähige Experten herbeizuzaubern. Die bestmögliche Pressestelle verfügt über einen großen Schatz von tollen „Geschichten“ und interessanten Menschen. Der bestmögliche Pressesprecher stellt sich demütig der Presse und gelobt zerknirscht Besserung, wenn die investigative Medienmaschine zugeschlagen und ein Unternehmen irgendeiner Mogelei überführt hat. Vor allem sollten Pressestellen endlich aufhören, zu glauben, dass der Journalist die in tagelangen internen Abstimmungsprozessen sorgfältig formulierte Pressemitteilung auch nur eines Blickes würdige.</p>
<p>Diesen Eindruck vermittelte beispielsweise Thorsten Denkler von sueddeutsche.de. Von den vielen hundert Pressemitteilungen, die täglich in den Mailfächern der Redaktion landeten, könne nur ein verschwindend geringer Teil überhaupt wahrgenommen werden. Und das auch nur dann, wenn das Thema in der Betreffzeile der Mail hinreichend interessant klinge. Versetzt man sich in die Rolle des Journalisten, ist diese Vorgehensweise nur allzu verständlich. Für PR-Leute jedoch, die sich ebenfalls täglich bemühen, gute Arbeit abzuliefern, sind solche Aussagen mehr als ernüchternd.</p>
<p>Allerdings sind solche Erkenntnisse auch nicht neu. Wer glaubt, seine Themen lediglich durch breitflächig versendete Pressemitteilungen an den Mann/die Frau zu bringen, ist ohnehin schief gewickelt. Aufhorchen ließen allerdings noch ein paar andere Aussagen Denklers, z.B.: „Wir finden fast alle unsere Themen selbst.“ Was nicht anderes heißt als: „Verschont uns bitte mit Eurem PR-Kram“. Aus Sicht des Mediums ist auch das wieder nur folgerichtig: Der Erfolg von Online-Medien bemisst sich ausschließlich nach Klick-Raten und <em>visits</em>. Die Aufgabe jedes Artikels, der online geht, ist es, möglichst viel Traffic zu erzeugen. Denkler: „Wir denken immer vom Leser her. Was könnte ihn begeistern?“</p>
<p>Hinzu kommt, dass Online-Redaktionen offensichtlich keine den Print-Medien vergleichbare Ressortaufteilung haben. Bei sueddeutsche.de gibt es, so Denkler, nur zwei grobe Bereiche: Politik und Wirtschaft. Viele Themen werden von freien Journalisten beackert. Journalismus hat schon immer Allrounder-Fähigkeiten erfordert. Aber wo es im Print noch Spezialisten für Bildungspolitik, Wissenschaft, Medien oder Finanzmärkte gibt, tummeln sich im Online-Bereiche der großen Portale offensichtlich nur noch Leute, die sich täglich mit völlig unterschiedlichen Themen befassen.</p>
<p>Auch das sind keine guten Nachrichten für PR-Leute. Nicht genug damit, dass man die eigenen Themen betreffzeilenkompatibel eindampfen muss. Man trifft in den Redaktionen auch kaum noch auf Journalisten, die diese kompetent beurteilen können. Aber die meisten Pressestellen haben nun einmal <del>Themen</del> Botschaften im Gepäck, die nicht ohne Weiteres ein Leuchten in die Augen von Journalisten zaubern. Und selbst bei allergrößtem Geschick, solche eher sperrigen Themen interessant aufzubereiten, gelingt es nur sehr selten bis nie, dass sie auf großen Online-Portalen Eingang finden.</p>
<p>Man kann es beklagen oder nicht, aber der Erfolgsdruck von Medien, die sich am Markt ökonomisch beweisen müssen, tut der journalistischen Qualität hierzulande nicht gut. Im Zweifel setzen die verantwortlichen Journalisten dann eben doch auf das Bekannte und vermeintlich Erfolgreiche, statt auf thematisches Neuland. Wer hat schon die Freiheit und den Mut, ganz neue Dinge zu entdecken und dafür vielleicht sogar neue Darstellungsformen zu entwickeln? Und so waten wir dann durch den thematischen und optischen Einheitsbrei und eigentlich ist es auch schon gleichgültig, ob man sich auf zeit.de, sueddeutsche.de oder faz.net befindet.</p>
<p>Auch wenn die Macher vehement anderes behaupten würden: Keines dieser Portale hat ein wirklich eigenes Gesicht, geschweige denn ein besonderes Gewicht. Wer immer nur an den Leser denkt, wird ziemlich schnell langweilig und austauschbar. Lieber wäre es mir, Journalisten würden wieder ihren eigenen Kopf einsetzen, als immer nur danach zu schielen, was der umworbene Leser denn gerade gut finden könnte. Wo sind eigentlich die Journalisten, die etwas ganz Neues ausgraben, die sich mit dem scheinbar Abseitigen beschäftigen und vielleicht gerade dort einen Volltreffer landen? Warum besprechen alle dieselben Bücher, dieselben Filme, dieselbe Musik? Warum wird man als Leser überall für grenzdebil gehalten? Warum mutet man mir nicht mal etwas zu? Warum glaubt kaum jemand in den großen Verlagshäusern, dass man sein Profil vor allem durch unkonventionelles Auftreten schärft?</p>
<p>Für die PR-Branche hat dies weitreichende Konsequenzen. Wo der ausgelaugte Medien-Mainstream herrscht, ist selbst für gute PR kaum noch Platz. Bald muss man sich als PR-Verantwortlicher fragen, ob es überhaupt so attraktiv ist, gute Themen immer schlechter werdenden Medien anzudienen. Ein gutes Thema in einem schlechten Medium entwertet vor allem das Thema.</p>
<p>Ein Ausweg aus diesem Dilemma besteht für die PR-Branche darin, eigene mediale Wege zu gehen. Wem es gelingt, Menschen auf die eigenen Medienkanäle zu lotsen, der kann davon ausgehen, dass dies wirklich Interessierte sind. Auf die kommt es an, nicht auf diffuse Zielgruppen von ökonomisch unter Druck stehenden Medien. Guter PR muss es heutzutage gelingen, jene besondere Sprache zu sprechen, deren Verlust man bei den Medien so beklagt. Wenn sich die Medien nicht trauen, Ecken und Kanten zu haben, so muss die PR den Mut haben, neue und eigene Wege zu gehen. Die etablierten Medien braucht es dazu immer weniger. Jedenfalls lohnt es sich kaum noch, ihnen immer eilfertig hinterherzurennen.</p>
<p>Schmeißt Eure Pressemitteilungen weg. Geht Euren eigenen Weg. Dann werden sie Euch folgen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltamsonnabend.wordpress.com/476/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltamsonnabend.wordpress.com/476/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltamsonnabend.wordpress.com/476/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltamsonnabend.wordpress.com/476/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltamsonnabend.wordpress.com/476/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltamsonnabend.wordpress.com/476/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltamsonnabend.wordpress.com/476/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltamsonnabend.wordpress.com/476/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltamsonnabend.wordpress.com/476/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltamsonnabend.wordpress.com/476/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltamsonnabend.wordpress.com/476/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltamsonnabend.wordpress.com/476/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltamsonnabend.wordpress.com/476/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltamsonnabend.wordpress.com/476/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=476&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Kaurismäkis &#8222;Le Havre&#8220;</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 21:33:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Sonnabend</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Aki Kaurismäkis „Le Havre“ zählt für mich zu den besten Filmen, die ich dieses Jahr im Kino sah. Es ist ein kleines, sozialromantisches Märchen, das einem richtig gute Laune beschert. Eigentlich ist es ein Flüchtlingsdrama, denn es handelt von Idrissa, dem Jungen aus dem Gabun, der in einem Container illegal nach Frankreich kam und auf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=458&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_459" class="wp-caption alignleft" style="width: 1034px"><a href="http://weltamsonnabend.files.wordpress.com/2011/09/le-havre_stills_01_wilms_miguel.jpg"><img class="size-large wp-image-459" title="le-havre_stills_01_wilms_miguel" src="http://weltamsonnabend.files.wordpress.com/2011/09/le-havre_stills_01_wilms_miguel.jpg?w=1024&#038;h=680" alt="" width="1024" height="680" /></a><p class="wp-caption-text">Marcel Marx (André Wilms) und Idrissa (Blondin Miguel)</p></div>
<p>Aki Kaurismäkis „Le Havre“ zählt für mich zu den besten Filmen, die ich dieses Jahr im Kino sah. Es ist ein kleines, sozialromantisches Märchen, das einem richtig gute Laune beschert. Eigentlich ist es ein Flüchtlingsdrama, denn es handelt von Idrissa, dem Jungen aus dem Gabun, der in einem Container illegal nach Frankreich kam und auf der Flucht vor den Behörden ist. Er will zu seiner Mutter nach London und eine ganze Schar anrührender Menschen aus dem Kaurismäki-Universum helfen ihm selbstlos dabei.</p>
<p><span id="more-458"></span>Dies ist schon die ganze Geschichte, die erst durch Kaurismäkis große Kunst zu einem wunderbaren Kinomärchen wird. Jede Szene ist perfekt ausgeleuchtet und in satte Farben von blau und grau getaucht, und zuweilen auch in ein unglaublich schönes rot. Kaurismäki und sein Kameramann Timo Salminen sind wirklich außerordentliche Lichtkünstler und der ganze Reiz dieser Bilder geht von diesem perfekten Licht aus.</p>
<p>Obwohl der Film zweifellos in der Gegenwart angesiedelt ist (wofür allein schon die Flüchtlingsproblematik spricht), spielt jede Szene in einem bis in die Details ausgestatteten 50er- oder 60er-Jahre-Frankreich. Kleidung, Interieur, Autos &#8211; alles verweist auf ein längst untergegangenes Frankreich. Wie in Szenen auf dem Theater baut Kaurismäki seinen Film behutsam auf. Und so wirken die Protagonisten &#8211; ihre Hoffnungen und Überzeugungen &#8211; seltsam aus der Zeit gefallen. Besonders sinnfällig wird dies an der Figur des wortkargen Kommissars Monet, der mit hochgeschlagenem Mantelkragen in einem uralten Renault 16 durch die Gegend kurvt, raucht und letztlich mit seinem guten Herzen der ganzen Geschichte ein Happy End beschert.</p>
<div id="attachment_460" class="wp-caption alignleft" style="width: 1034px"><a href="http://weltamsonnabend.files.wordpress.com/2011/09/le-havre_stills_05_darroussin.jpg"><img class="size-large wp-image-460" title="le-havre_stills_05_darroussin" src="http://weltamsonnabend.files.wordpress.com/2011/09/le-havre_stills_05_darroussin.jpg?w=1024&#038;h=680" alt="Kommissar Monet (Jean-Pierre Darroussin)" width="1024" height="680" /></a><p class="wp-caption-text">Kommissar Monet (Jean-Pierre Darroussin)</p></div>
<p>Und jener Kommissar ist auch, der dem Gemüsehändler aus lauter Gutmütigkeit nach einer Befragung eine Ananas abkauft. Und so sitzt er dann in der tristen Kneipe, die exotische Ananas neben sich auf dem Tisch. Im Hintergrund sieht man die vier Zecher mit ausdrucklosen Gesichtern, die eigentlich keine Franzosen, sondern typische Kaurismäki-Finnen sind. Die Poesie, die in dieser einen Szene steckt, bringt manch anderer nicht in drei Filmen unter.</p>
<p><strong>Technische Angaben: </strong><br />
<em>Finnland, Frankreich, Deutschland 2011 · 35mm/Digital · 1:1,85 · Dolby SRD · 93 Minuten · Deutsche Fassung. Seit 8. September 2011 im Kino.</em></p>
<p><strong>Fotos: </strong><br />
<em>© Sputnik Oy/Pandora Film</em><br />
<em>Fotografiert von Marja-Leena Hukkanen</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltamsonnabend.wordpress.com/458/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltamsonnabend.wordpress.com/458/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltamsonnabend.wordpress.com/458/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltamsonnabend.wordpress.com/458/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltamsonnabend.wordpress.com/458/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltamsonnabend.wordpress.com/458/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltamsonnabend.wordpress.com/458/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltamsonnabend.wordpress.com/458/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltamsonnabend.wordpress.com/458/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltamsonnabend.wordpress.com/458/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltamsonnabend.wordpress.com/458/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltamsonnabend.wordpress.com/458/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltamsonnabend.wordpress.com/458/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltamsonnabend.wordpress.com/458/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=458&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Bauchentscheidungen</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Sep 2011 19:46:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Sonnabend</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die kleine Video-Reihe „Die kommenden Tage“, die ich mit dem Journalisten Timur Diehn für den Stifterverband produziere, hat jetzt noch einmal Zuwachs bekommen. Der renommierte Max-Planck-Forscher Gerd Gigerenzer gibt ein völlig unaufgeregtes und deshalb gerade &#8211; wie ich finde &#8211; umso interessanteres Interview. Er spricht vor allem über sein Leib- und Magenthema: die Bauchentscheidungen, die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=444&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die kleine Video-Reihe <a title="Die kommenden Tage" href="http://www.stifterverband.info/publikationen_und_podcasts/webtv/die_kommenden_tage/index.html" target="_blank">„Die kommenden Tage“</a>, die ich mit dem Journalisten Timur Diehn für den Stifterverband produziere, hat jetzt noch einmal Zuwachs bekommen. Der renommierte Max-Planck-Forscher <a title="CV Gerd Gigerenzer" href="http://www.mpib-berlin.mpg.de/de/mitarbeiter/gerd-gigerenzer" target="_blank">Gerd Gigerenzer</a> gibt ein völlig unaufgeregtes und deshalb gerade &#8211; wie ich finde &#8211; umso interessanteres Interview.</p>
<p><span id="more-444"></span>Er spricht vor allem über sein Leib- und Magenthema: die Bauchentscheidungen, die ganz oft die richtigen Entscheidungen sind, ohne dass man sie so richtig begründen könnte. Intuition ist eben etwas Unterbewusstes. Besonders interessant finde ich die Überlegung Gigerenzers, dass viele Leute in Entscheiderpositionen sich aus Angst nicht mehr auf ihr Bauchgefühl verlassen. Denn wer eine Bauchentscheidung trifft, muss persönlich dafür gerade stehen. Er oder sie kann sich eben nicht auf langatmige Konzepte oder umfangreiche Studien berufen. Ganz abgesehen davon, dass diese ja oft nur Gewissheiten vorgaukeln. Die Angst, für ihre Entscheidungen gerade stehen zu müssen, lässt diese Leute völlig defensiv handeln.</p>
<p>Besonders bitter wirkt sich solches Verhalten in kostenintensiven Branchen, wie z.B. der Medizin aus. 93 Prozent aller Ärzte in den USA haben laut Gigerenzer zugegeben, sich allein aus Schutz vor rechtlichen Folgen in der Behandlung von Patienten völlig abzusichern. Sie verordnen Therapien, die sie ihren eigenen Verwandten niemals empfehlen würden. Weil sie intuitiv wissen, dass diese Therapien völlig überflüssig sind.</p>
<pre><span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://weltamsonnabend.wordpress.com/2011/09/11/bauchentscheidungen/"><img src="http://img.youtube.com/vi/MLLWPIO1se8/2.jpg" alt="" /></a></span></pre>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltamsonnabend.wordpress.com/444/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltamsonnabend.wordpress.com/444/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltamsonnabend.wordpress.com/444/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltamsonnabend.wordpress.com/444/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltamsonnabend.wordpress.com/444/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltamsonnabend.wordpress.com/444/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltamsonnabend.wordpress.com/444/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltamsonnabend.wordpress.com/444/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltamsonnabend.wordpress.com/444/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltamsonnabend.wordpress.com/444/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltamsonnabend.wordpress.com/444/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltamsonnabend.wordpress.com/444/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltamsonnabend.wordpress.com/444/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltamsonnabend.wordpress.com/444/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=444&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Dreileben &#8211; ein TV-Experiment</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 15:53:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Sonnabend</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das große TV-Experiment „Dreileben“, das vor ein paar Tagen in der ARD lief, habe ich mir nicht am Stück angesehen. Es war mir, ehrlich gesagt, viel zu anstrengend, drei Filme á 90 Minuten hintereinander anzusehen. Ich habe die drei Stücke aufgezeichnet und dann peu á peu in der vergangenen Woche angesehen. Für mich waren alle [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=436&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das große TV-Experiment „Dreileben“, das vor ein paar Tagen in der ARD lief, habe ich mir nicht am Stück angesehen. Es war mir, ehrlich gesagt, viel zu anstrengend, drei Filme á 90 Minuten hintereinander anzusehen. Ich habe die drei Stücke aufgezeichnet und dann peu á peu in der vergangenen Woche angesehen. Für mich waren alle drei Beiträge sehr überzeugende Filmkunst. Obwohl jeder Beitrag seine ganze eigene Handschrift trug und eine jeweils eigene Geschichte erzählte, verlor man als Zuschauer nie die Hintergrundgeschichte aus dem Auge. Für mich persönlich zählen die suggestiven Bilder des letzten Beitrags &#8211; „Eine Minute Dunkel“ &#8211; zu den Höhepunkten der Reihe. Stefan Kurt als vermeintlicher Sexualstraftäter Molesch wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben &#8211; eine großartige schauspielerische Leistung. Und dass die Regisseure gerade den Thüringer Wald für ihre beklemmend-schöne Trilogie wählten, wird den nicht verwundern, der schon einmal in dieser magischen Gegend war.</p>
<p><span id="more-436"></span>Die <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,783268,00.html" target="_blank">enttäuschenden Quoten von „Dreileben“</a> haben meiner Meinung nach mit der eher unglücklichen Sendephilosophie der ARD zu tun. Wer hat schon die Ausdauer, sich an einem Wochenanfang bis tief in die Nacht anspruchsvolle Filme anzusehen? Der durchschnittliche ARD-Zuschauer sicherlich nicht. Für den Freund des Qualitätsfernsehens war das Ganze auch durchaus ärgerlich: Da wird endlich mal was richtig Gutes produziert und dann senden sie es weg als wären es Sketchsendungen in der Silvesternacht.</p>
<p>Auf jeden Fall hatte sich die ARD mit „Dreileben“ endlich mal wieder getraut, Fernsehen jenseits des Massengeschmacks zu produzieren. Das allein ist ihr schon hoch anzurechnen, nicht nur mit Blick auf das Prekariatsfernsehen der privaten Konkurrenz. Auch die Öffentlich-Rechtlichen selbst bieten ja oft genug nur schale Kost. Man setzt auf das Bewährte und das scheinbar vom Publikum gewollte. Schräges, Mutiges, Außergewöhnliches wird hingegen in aller Regel ins Nachtprogramm geschoben. Man kann nur hoffen, dass kleine Experimentiersender wie ZDFneo die verschnarchten Hauptsender ein bisschen auf Speed bringen. Leider nutzt die ARD ihre kleinen Sender wie EinsFestival oder EinsExtra eher für das Abnudeln bereits gesendeten Materials als für Experimentelles. Dabei böten sich doch gerade die Nischen an, mal etwas Neues auszuprobieren.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltamsonnabend.wordpress.com/436/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltamsonnabend.wordpress.com/436/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltamsonnabend.wordpress.com/436/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltamsonnabend.wordpress.com/436/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltamsonnabend.wordpress.com/436/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltamsonnabend.wordpress.com/436/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltamsonnabend.wordpress.com/436/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltamsonnabend.wordpress.com/436/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltamsonnabend.wordpress.com/436/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltamsonnabend.wordpress.com/436/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltamsonnabend.wordpress.com/436/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltamsonnabend.wordpress.com/436/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltamsonnabend.wordpress.com/436/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltamsonnabend.wordpress.com/436/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=436&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Oh Boy &#8211; Der Sommer von 1975</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Aug 2011 21:34:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Sonnabend</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein paar Wochen lang bin ich im Sommer 1975 immer wieder zu diesem Plattengeschäft hingelaufen. Das heißt, es war eigentlich gar kein reines Plattengeschäft. Es war mehr der örtliche HiFi-TV-Händler, der nebenbei auch Schallplatten verkaufte. Der hatte die Single, die ich unbedingt haben wollte, im Fenster liegen: „Mud &#8211; Oh Boy“. Die waren mächtig angesagt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltamsonnabend.wordpress.com&amp;blog=12038948&amp;post=415&amp;subd=weltamsonnabend&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://weltamsonnabend.files.wordpress.com/2011/08/mud.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-416" title="Mud: Cover &quot;Oh Boy&quot;" src="http://weltamsonnabend.files.wordpress.com/2011/08/mud.jpg?w=150&#038;h=150" alt="Oh Boy-Cover" width="150" height="150" /></a>Ein paar Wochen lang bin ich im Sommer 1975 immer wieder zu diesem Plattengeschäft hingelaufen. Das heißt, es war eigentlich gar kein reines Plattengeschäft. Es war mehr der örtliche HiFi-TV-Händler, der nebenbei auch Schallplatten verkaufte. Der hatte die Single, die ich unbedingt haben wollte, im Fenster liegen: „Mud &#8211; Oh Boy“. Die waren mächtig angesagt in diesem Sommer, in England sogar die Nr. 1. Aber ich hatte lange Zeit nicht die notwendigen 6 Mark dafür. Doch dann &#8211; nach einem Besuch der im beifälligen Geldzustecken immer verlässlichen Tante aus Duisburg, hatte ich die Kohle endlich zusammen. „Oh boy“ war mein!</p>
<p>Oh, was für ein Schatz. Ich trug ihn aufgeregt nach Hause, stellte meinen „Mister Hit“-Plattenspieler auf 45 Umdrehungen ein und genoss das gute Stück. All zu lang dauerte das Glück allerdings nicht an. Ein verdammt kurzes Stück war dieses „Oh boy“, 2:53. Also gut, dann nochmal von vorne. Und noch mal. Jetzt waren knapp zehn Minuten vergangen. Vielleicht mal die B-Seite anhören? Ich weiß nicht mehr, was es war, aber es nicht der Knaller. Typisch B-Seite halt. Und um dieses kurze Vergnügen hatte nun mein gesamtes aktuelles Finanzvolumen wochenlang gekreist? Das außerdem zur Folge hatte, dass ich jetzt komplett pleite war.</p>
<p><span id="more-415"></span>Vielleicht hätte ich mir doch die neue von Suzi Quatro holen sollen. Oder von The Sweet. Mud war sowieso irgendwie ein bisschen langweilig. Ach, am besten wäre es, man hätte die neue LP von „K-Tel“: da waren alle aktuellen Hits, die man sich überhaupt nur wünschen konnte, drauf. Aber eine LP für 20 Mark &#8211; wie sollte ich mir das jemals leisten können? Da müsste die Tante ja wöchentlich zu Besuch kommen. Und den alten Sachen, die man zu Weihnachten bekommen hatte, konnte ich langsam auch nicht mehr hören.</p>
<p>Wenn ich heute an jene Zeit zurückdenke, dann tue ich das immer mit ein bisschen Wehmut. Man neigt zwar oft dazu, die eigene Vergangenheit zu verklären. Aber wie ich mich in diesem Sommer fühlte, das weiß ich heute noch ganz genau: das Leben war voller Möglichkeiten, es fühlte sich alles so überreif an, aber diese Musikknappheit war irgendwie niederschmetternd. Und wir hatten nur diesen vollkommen bescheuerten Radio-Cassettenrecorder „Universum“ von Quelle, der ewig Bandsalat verursachte und der das Mikrofon außen hatte. Das heißt, das elende Ding nahm auf, was es selbst vorne aus dem Lautsprecher rausdudelte. Selbst damals, als halbes Kind und mit geringem technischen Sachverstand, wollte mir nicht in den Kopf, warum dieses Gerät das Musiksignal nicht direkt auf das Band kopierte.</p>
<blockquote>
<h4><em>Ein Leben für die Chromdioxid-Compactcassette. 50 Mal überspielt, das Magnetband bei Kabelsalat mühsam mit dem Bleistift wieder zurück gedreht.</em></h4>
</blockquote>
<p>Was war das für ein Gehampel, bis man mal ein paar gute Lieder halbwegs unfallfrei auf die Cassette gebracht hatte. Meistens quatschten die Moderatoren am Anfang oder am Ende ins Lied hinein und man hatte grundsätzlich das Knacken vom gleichzeitigen Runterdrücken der Aufnahme- und der Play-Taste auf dem Band. Und der Super-GAU war stellte sich natürlich dann ein, wenn nach stundenlangem Warten auf das richtige Lied jemand während der Aufnahme ins Zimmer kam und irgendwas Belangloses in die Gegend quakte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine heutige Vorliebe für eleganten Elektronikschnickschnack mit den leidvollen Erfahrung mit jener Technikkatastrophe aus dem Hause Quelle zu tun hat. Nie wieder, so musste ich schon damals empfunden haben, wollte ich ähnliches Niederschmetterndes wieder erleben. Wer gezwungen ist, seine Kindheit mit Quelle-Produkten zu verbringen, entwickelt als Erwachsener zwangsläufig eine lebenslange Affinität zu Produkten aus Cupertino. Das bestätigen auch neueste amerikanische Studien (E. F. Chresmo: „Does Apple‘s success depend on ,Quelle‘?“, UCLA 2011). &#8211; Doch ich schweife ab.</p>
<p>Dummerweise war ja auch Radio nicht das, was man heute darunter versteht. Radio war sehr ernst. Der WDR galt irgendwie als „roter Sender“ &#8211; insbesondere WDR 2. Alles war sehr politisch, insbesondere im Morgenmagazin. Da wurden immer Politiker interviewt. Und im Mittagsmagazin gab es um 14:45 Uhr eine markante Fanfare und dann kam „Quintessenz &#8211; Fakten für Verbraucher“. Vorher wurden aber noch in staatstragendem Ton die Preise für die „Feinunze Gold“ an der Londoner Börse durchgegeben. In der Rückschau kommt es mir vor, als sei damals überhaupt keine Musik in diesen Sendungen gespielt worden. Was natürlich Quatsch ist.</p>
<p>Der absolute Musikhöhepunkt der Woche fand immer Mittwochs statt. Dann schalteten alle, die was auf sich hielten, „Diskothek im WDR“ mit dem legendären Moderator <a title="Mal Sondock Fanpage" href="http://www.mal-sondock-fanpage.de/" target="_blank">Mal Sondock</a> ein. Heute ist das kaum noch denkbar, dass sich Schüler gegenseitig fragen, ob sie am Abend vorher eine bestimmte Radiosendung gehört haben. Wir taten das. Nun gut, wir hörten auch Bay City Rollers oder Rubettes &#8211; das würde man heute auch nicht mehr tun. In der Glotze gab es „disco“ mit dem spillerigen Ilja Richter und seinem legendär gewordenen Erkennungsruf „Licht aus! Spot an!“. Die Sendung war nicht schlecht, aber da sprangen manchmal auch die Schlagerfuzzis rum, und das ging ja mal gar nicht.</p>
<p>Und das war‘s dann auch schon, wenn man man als Halbwüchsiger Mitte der 70er Jahre, nach Musik dürstete. Ein Leben für die <a title="analog audio tape cassette nostalgia" href="http://www.tapedeck.org/" target="_blank">Chromdioxid-Compactcassette</a>. 50 Mal überspielt, das Magnetband bei Kabelsalat mühsam mit dem Bleistift wieder zurück gedreht. Schließlich war auf dem Band die unwiderbringliche Aufnahme von Barry Ryans „Eloise“, in die Mal Sondock mal nicht reingequatscht hatte&#8230;</p>
<p>An all dies musste ich zurückdenken, als ich jetzt meinen Sohn beobachtete, der sich mit dem iPod in der Hand und dem immer verfügbaren Highspeed W-LAN durch die Musikwelt bewegte. Er ist jetzt etwas jünger als ich damals in jenem Sommer 1975. Musik und  Videos sind für ihn immer verfügbar. Meistens sogar ganz ohne die Notwendigkeit, dafür etwas vom Taschengeld abzweigen zu müssen. Er muss fast den Eindruck gewinnen, dass das zur Grundversorgung des modernen Menschen gehört. YouTube, Grooveshark oder Spotify machen‘s möglich.</p>
<p>Verglichen mit dem Sommer 1975 ist das ein paradiesischer Zustand. Man könnte allerdings argwöhnen, dass das einzelne Musik-Kunstwerk durch die permanente Verfügbarkeit der halben Popmusik-Geschichte im Netz entwertet wird. Wo der Kühlschrank immer voll ist, verdirbt auch vieles. Oder man überfrisst sich permanent. Man ist nicht mehr in der Lage, die Qualität der Speisen überhaupt zu würdigen.</p>
<p>Mag sein, dass das hin und wieder so ist. Jene Sehnsucht nach Musik, wie ich sie Mitte der Siebziger empfand, kennt der Nachwuchs heute jedenfalls nicht mehr. Und das ist wohl auch gut so. Und doch: Wenn ich mich in der Erinnerung vor diesem Schaufenster stehen sehe, dann kommt es mir so vor, als träumte da jemand nicht vom Besitz einer Schallplatte, sondern von einem großartigen Leben.</p>
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