Tag Archives: iPad

In der Podcastosphäre

9 Jun

Ich habe Podcasts entdeckt! – Das ist natürlich Quatsch. Ich kannte Podcasts ja auch schon vorher. Was ich meine: Ich habe Podcasts entdeckt, aber so richtig.

Ich mache kaum noch etwas anderes als Arbeiten und Podcast hören. Ich laufe mit abwesendem Blick und weißen Stöpseln in den Ohren durch die Gegend. Zum Glück habe ich auch an meinem Fahrrad eine Halterung für mein Smartphone und kann deshalb auch auf meinen ausgedehnten Fahrradtouren ausschließlich Podcasts hören. Neulich bin ich mit dem Rad zur Jahrhunderthalle in Bochum gestrampelt, aber eigentlich war ich mit den Jungs vom „Schöne Ecken“-Podcast in Oviedo. Lange Zugfahrten vergehen wie im Flug, wenn man dem unterhaltsamen Gegackere von @Holgi in der Wrintheit zuhört, Matthias Fromms Jung-Wissenschaftler-Gesprächen oder Nikolas Semarks Elementarfragen.

Was für ein unglaublicher Reichtum in dieser Podcastosphäre herrscht! Und ich hab‘ von all dem bisher nichts gewusst! Hey, da sitzen ein paar gescheite Jungs und schwatzen drei Stunden am Stück über Macs. Und das alle paar Wochen. Ohne Musik. Im herkömmlichen Radio muss ja immer schon nach zwei Minuten Wortbeitrag irgendein Geschrammel laufen.

Dieser Tim Pritlove scheint ja geradezu in einem Aufnahmestudio zu leben. Christian Bednarek von der Hörsuppe macht offensichtlich nichts anderes, als Podcasts zu hören und darüber zu berichten. Schon in den frühen Morgenstunden sendet er einem die ultimative Tages-Podcast-Vorschau in den Podcatcher. Nicht zu vergessen die sehr professionell daherkommenden Geeks um Marcus Schuler oder die sympathischen Analytiker Michael Seemann und Max Winde.

Und dann noch all das Ungehörte: Fußballpodcasts, Ernährungspodcasts, Literaturpodcasts, Genderpodcasts. Und das alles gemacht von mehr oder weniger medientauglichen Menschen, abseits der großen Medienmaschinerien, ohne Einschaltquotendruck oder Klickratenterror. Nur einen Flattr-Button haben sie fast alle und fast alle zurecht. Schließlich kostet halbwegs gut klingendes Podcasting ja auch Geld.

Screenshot Instacast HD

 

Zum momentanen Extrem-Podcast-Hörer hat mich eine kleine App namens Instacast gemacht. Dieses Teil kommt erst ein bisschen kryptisch daher, aber erweist sich bei näherer Beschäftigung als fast perfekte Podcast-App. Podcasts zu suchen, zu abonnieren oder zu managen ist mit diesem Teil eine wahre Freude. Man bekommt die App sowohl fürs iPhone als auch fürs iPad, und was das Schönste ist: Man kann beide Devices über die iCloud synchen. Das betrifft nicht nur Abos, sondern geht bis zur Synchronisation der Zählerstände im aktuell gehörten Podcast. Nicht schlecht, wenn man sich das iPhone greift, um nach draußen zu gehen, und an genau der Stelle weiterhören kann, an der man gerade das iPad ausgeschaltet hat. Selbstredend beherrscht sie auch Airplay, um den Podcast bei Bedarf auch per AppleTV an die große Anlage zu streamen. Bei mir läuft jedenfalls zum Frühstück nicht mehr WDR2, sondern immer öfter der Hörsuppe-Vorcast. Nur Flattrn kann man nicht mehr per Instacast, seit Apple Flattr die rote Karte gezeigt hat. Aber wer weiß: Vielleicht ist da noch nicht das letzte Wort gesprochen.

 

Evonik setzt dem Meister ein Denkmal

22 Mai

Sie haben es wieder getan. Die magischen iPad-Magazin-Bastler von Evonik haben dem frischgebackenen Double-Sieger BVB wieder ein fantastisches Denkmal gesetzt. In der Essener Konzernzentrale weiß man offensichtlich, was man dem Imageträger aus Dortmund als Hauptsponsor schuldig ist. Schon im vergangenen Jahr gab es eine hervorragende Ausgabe des hauseigenen Evonik-Magazins als Sonder-Meisterausgabe, die ihresgleichen suchte. Und in diesem Jahr setzen die Magazin-Macher noch eins drauf.

Screenshot Evonik-App

 

Ein bisschen schlucken muss man ja schon: Satte 900 MB muss man saugen, um die Double-Ausgabe komplett aufs Tablet zu ziehen. Dafür gibt‘ s dann für den geneigten BVB-Fan die volle Dröhnung, z.B. einen wirklich großartig animierten Saisonrückblick, jede Menge integrierte Videos, einen virtuellen Rundgang durch die BVB-Umkleidekabine, hochwertige Portraits in Bild und Text. Zu den Autoren gehört unter anderem der bekennende BVB-Verrückte Freddie Röckenhaus von der Süddeutschen.

Nicht nur, wenn es darum geht, sich mit erfolgreichen Sponsoring-Maßnahmen zu schmücken, gehört das für das iPad umgesetzte Evonik-Magazin zum Besten, was man überhaupt in diesem Bereich finden kann. Selbst Profi-Magazine wie „Wired“ stellt das Evonik-Magazin meiner Meinung nach locker in den Schatten. Ich habe bisher noch kein Corporate-Publishing-Produkt gefunden, das ein Print-Magazin besser in die iPad-Welt übertragen hätte. Man spürt die Lust der Macher, die spezifischen Möglichkeiten eines Tablet-Magazins voll auszureizen und sich für jeden Beitrag etwas Neues, Außergewöhnliches einfallen zu lassen. Realisiert wird das Magazin von der „Redaktion 4, GmbH“ in Hamburg. Ein Name, den man sich merken sollte.

 

Meine Abenteuer mit der F.A.Z.

19 Jan

Ich gebe auf, denn ich kann nicht mehr. Ich habe alles gegeben, aber der Wächter lässt mich einfach nicht ein. Ich habe Stunden um Stunden verbracht, habe gemailt, telefoniert – vor allem telefoniert – , ich habe mich wirklich bemüht, aber der Eingang bleibt vor mir verschlossen.

Dabei ist mein Ansinnen eigentlich ein Alltägliches. Es sollte eigentlich binnen Minuten erledigt sein, und alle Beteiligten könnten glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben. Weit gefehlt: Die weithin gerühmte Qualitätszeitung F.A.Z. auf dem iPad zu lesen ist mir nicht vergönnt. Dabei ist mein Fall gar nicht so ungewöhnlich. Mein Arbeitgeber bezieht mehrere F.A.Z.-Abos und in Kombination mit einem dieser Abos möchte ich das vergleichsweise kostengünstige e-Paper-Angebot nutzen. Denn ich lese die Zeitung vor allem im beruflichen Kontext.  Das bekommt die ehrwürdige Zeitung aber nicht hin. Eine kurze Zeit lang konnte ich zwar tatsächlich die Zeitung auf dem iPad lesen, aber dann erhielt ich irgendwann die gesalzene Rechnung, nämlich ohne den kombinierten Abo-Rabatt. Was folgte waren quälende Vormittage in der Hotline der F.A.Z., Gespräche mit immer freundlichen und hilfsbereiten, aber oft ahnungslosen Hotline-Mitarbeitern, Kundennummer- und Auftragsnummer-Orgien, die ständige Versicherung, jetzt sei alles in Ordnung und ich könne mich problemlos einloggen … Nein, nichts war in Ordnung. Nirgendwo konnte ich mich einloggen, immer blinkten Fehlermeldungen, immer waren meine dargebotenen Kundennummern, Auftragsnummern, Passwörter oder Anmeldennamen wahlweise falsch oder unbekannt. Zwischenzeitlich schickte die Zeitung Mahnungen, worauf wieder Anrufe nötig wurden und die abermalige Zusicherung, jetzt habe man aber alles eingerichtet.

Dann kam der Tag des heldenhaften Hotline-Mannes, des Möglichmachers, des unerschrockenen Kämpfers im Namen der Kundennummer, der nur sagte: „Oh, das ist aber unübersichtlich! Aber das kriegen wir hin!“ Ja, Hoffnung keimte in mir auf, im gramgebeugten Fast-FAZ-Leser  glomm noch ein Fünkchen Leben, müde hob ich die bleischweren Lider: Sollte da draußen wirklich noch echtes Leben sein? Ja, der Hotline-Held hauchte seinen lebensspendenden Odem aus, und siehe da: es ging! ES GING! 

Ich konnte F.A.Z. auf dem iPad lesen! Es kam die richtige Rechnung! HURRA! Doch, ach, die Freude währte nicht lange. Denn ein Jahreswechsel stand an. Ja, ein Jahreswechsel, der offensichtlich verheerende Wirkung auf das Kundennummer- und Auftragsnummer-Management der F.A.Z. hat. Ich bin wieder unbekannt. Ich bin wieder ein Niemand. Die iPad-App erkennt mich nicht mehr. Alle Nummern-, Anmeldenamen- und Passwort-Kombinationen fruchten nichts: Man will mich nicht. Und es ist mir gleichgültig: Sollen sie ruhig hunderte von Euro in Rechnung stellen, ich werde mich nicht mehr rühren. Ich bin ein gebrochener Leser. Ein nachhaltig geschädigtes Hotline-Opfer. Das Wort „Auftragsnummer“ verursacht mir Schmerzen.

Nur eines bereitet mir in lichten Momenten hin und wieder ein wenig Freude. Dann richte ich mich schwerfällig auf, geblendet von dem schmalen Sonnenstrahl, der durch die nicht ganz geschlossenen Fenstervorhänge fällt, und blinzle lächelnd vor mich hin: Von allen Zeitungs-Apps, die ich jemals auf dem iPad las, ist die der F.A.Z. mit Abstand die Schlechteste.

Ein perfekter Alleskönner – Erfahrungen mit dem iPad

15 Aug

Die Aufregung um das iPad war groß – mittlerweile hat sie sich zum Glück ein bisschen gelegt. Zeit also für einen entspannten Blick auf einen faszinierenden Wegbegleiter in die digitale Welt.

Selten ist wohl so viel über ein Gadget geschrieben worden wie über das iPad. Seit Steve Jobs das sagenumwobene Teil im Januar 2010 vorstellte, brach ein unglaublicher Hype los. Und kaum noch zu halten waren die Medien – ob alt oder neu – als dann die ersten iPads im April über die Ladentische gingen.

Was man da zu lesen bekam, gab aber selten wirklich Anlass zur Freude. Es geschah das, was in Medien immer geschieht: irgendwelche Sensationen witternd, machen sich Journalisten auf, ihren Lesern, Hörern, Zuschauern die vermeintliche Sensation nahezubringen. Für die Berichterstattung über das iPad hieß das: in der aufgeheizten Atmosphäre berichteten schlecht informierte, zumeist fachfremde Journalisten über ein neues, in dieser Weise noch nie gesehenes Produkt. Da man aber als kritischer Journalist das Produkt niemals – NIEMALS – vollumfänglich loben oder gar richtig gut finden darf, bekamen wir Dinge zu lesen und zu sehen, die sehr lustig gewesen wären, wenn sie nicht gezeigt hätten, wie sehr der Journalismus auf den Hund gekommen ist. Denn was wir lasen, hörten und sahen war oftmals nicht mehr als oberflächliches Gemäkel, das – kritisch, kritisch – den iPad-Hype entlarven und zertrümmern sollte. Jeder mediokre Lohnschreiber war plötzlich ein IT-Experte. Und so sahen die Beiträge dann auch aus.

  • Der Bildschirm verschmiert ja, wenn man ständig darauf rumtatscht.
  • Es hat ja gar keine Kamera.
  • Es kann gar nicht drucken.
  • Man kann keine Videos damit anschauen.
  • Das ist ja viel schwerer als ein iPhone.
  • Im iBook-Store gibt‘s noch gar keine Bücher.

Diese Mischung aus irrelevanten Feststellungen und musterschülerhaftem Fingergeschnipse zog sich fast durchgehend durch die Berichterstattung. Ein Trauerspiel.

Mich allerdings focht das nicht an. Ich wollte dieses Ding haben. Von Anfang an. Sollten die doch alle schreiben und mäkeln, was sie wollten. Und so orderte ich direkt am Morgen des ersten Bestelltages im Apple Store ein iPad mit 64GB und 3G. Denn einerseits will ich das Teil auch auf Reisen nutzen und zum anderen brauche ich Platz für meine umfangreiche Musiksammlung und den einen oder anderen Spielfilm. Speicherplatz kann man also nie genug haben. Am 28. Mai war dann der große Festtag: Das iPad wurde pünktlich geliefert. Noch bevor es in den Läden greifbar war, hielt ich schon meins in den Händen. Hoch lebe die moderne Logistik-Industrie!

Was kann es denn nun, dieses iPad? Bereichert es den Alltag, ist es hilfreich, oder ist es nur ein überflüssiges Spielzeug für Leute mit zu viel Geld? Um vielleicht die letzte Frage direkt zu beantworten: Wenn es nur darum ginge, ob man etwas wirklich braucht, dann könnte man sich meisten Dinge wohl ohnehin schenken. Nein, darum geht es nicht. Beim iPad schon mal gar nicht. Denn niemand braucht ein iPad, aber es ist eine wunderbare Bereicherung. Und es zeigt auf eine neue Art, wie wir das Netz in Zukunft nutzen werden. Denn das Netz wird überall sein, auf eine geradezu selbstverständlich Weise. Wir werden es gar nicht mehr merken, dass es da ist und dass wir es nutzen.

Nachdem ich mein iPad in den ersten Tagen hütete wie meinen Augaupfel und es wie eine Monstranz herumtrug, liegt es heute meist irgendwo in der Wohnung herum. Derjenige, der es benutzt hat, lässt es einfach irgendwo liegen. Denn es ist ein sehr nützlicher Gebrauchsgegenstand. Während wir früher extra ins Arbeitszimmer gingen, um am dortigen PC oder Mac zu surfen, zu arbeiten oder zu spielen, liegt das iPad  einfach so auf dem Sofa herum. Es ist leicht, es ist handlich, und binnen Sekunden gestartet: mal schnell was googeln, E-Mails checken, ein bisschen flippern. Man mag einwenden, dass man so etwas auch mit einem kleinen Noteboook oder einem Smartphone haben kann. Vielleicht. Aber kein noch so cooles Notebook ist so einfach handhabbar wie das iPad und das Surfen auf dem iPad ist mit demjenigen auf dem iPhone einfach deutlich überlegen.

Hinzu kommt die spezielle Art, mit dem iPad zu arbeiten. Am Anfang ist es ein bisschen gewöhnungsbedürftig, keine Maus zu haben und direkt auf dem Bildschirm herumzufingern. Aber nach einer gewissen Zeit geht einem gerade dies in Fleisch und Blut über, so als wäre das die einzig richtige Art, sich im Web zu bewegen. Rein ergonomisch gesehen kommt das iPad den Fähigkeiten unserer Hände deutlich mehr entgegen als das enervierende Mausgeschubse am konventionellen Rechner. Nach längerem iPad-Gebrauch ertappe ich mich dabei, wie ich auch am iMac  versuche, direkt auf dem Bildschirm Dinge zu verschieben oder zu vergrößern. Das Schreiben auf der Bildschirmtastatur empfinde ich als sehr angenehm, allerdings muss man angesichts des hochempfindlichen Bildschirms schon sehr akkurat zu Werke gehen. Ein paar schöne Tricks beherrscht die Tastatur auch: Schiebt man den Finger beim Tippen auf einen Vokal ganz leicht nach oben hat man direkt den richtigen Umlaut erzeugt. Auf dieselbe Weise erzeugt man ein ß beim Tippen auf das s.

Viele Dinge machen mit dem iPad deutlich mehr Spaß als mit einem herkömmlichen Desktop-Rechner oder einem Notebook.  Das liegt an seiner speziellen Größe zwischen Smartphone und herkömmlichem Laptop. Schon oft habe ich neidische Blicke von Mitmenschen geerntet, die mit ihren klobigen Rechnern im ICE immer auf der Suche nach der nächsten Steckdose waren, während mein iPad-Akku locker 10 Stunden durchhält. Während Sie noch langwierig hochfahren, habe ich schon alle E-Mails gecheckt und fünf Tweets geschrieben.

Dass es das iPad auch mit 3G gibt, ist ein rechter Segen. Und wenn man nicht gerade ein Heavy-User ist, reicht meist auch ein kleiner Datenvertrag mit 200 MB Freivolumen, bevor dann auf GPRS abgedrosselt wird. Im Ausland nutzt einem das dann wieder sehr wenig, wenn man nicht bereit ist, die horrenden Roaming-Gebühren zu bezahlen. Da ist man dann froh über jedes „Free Wifi“, das einem als Goodie im Restaurant oder anderswo geboten wird (und man mal eben schnell den aktuellen „Spiegel“ runterladen kann).

Die Zahl wirklich guter Apps für das iPad ist nach meiner Einschätzung noch nicht sehr hoch. Meist handelt es sich um Adaptionen von iPhone-Apps und selbst dafür haben auch große Entwickler erstaunlich lange gebraucht. Hier stehen wohl ganz handfeste wirtschaftliche Überlegungen dahinter, denn trotz aller Verkaufserfolge des iPads ist das iPhone natürlich noch deutlich weiter verbreitet.

Interessant ist auch, dass die allerwenigsten Verleger es bisher geschafft haben, wirklich innovative iPad-Apps zu kreieren. Der „Spiegel“ müht sich redlich und gegen seine App ist auch nicht wirklich was zu sagen, außer vielleicht, dass sie noch ausbaufähig ist. Neben „Wired“ gibt es noch „The Iconist“ aus dem Hause Axel Springer, das Geschichten multimedial aufbereitet. Beide versuchen, die multimedialen Möglichkeiten des iPad zu nutzen. Viele bieten Apps an, die aber nicht mehr sind als die jeweilige Print-Ausgabe, wie z.B. „brandeins“ oder „Macwelt“. Das wird von Vielen kritisiert, aber es ist immer noch besser als gar nichts.

"Reeder" - einer der besten Clients für Google Reader

Doch wer braucht schon wirklich Zeitschriften? Wer die richtigen Quellen im Web anzapft, ist eigentlich immer bestens informiert. Nützliche Helfer wie „Google Reader“ helfen einem, die RSS-Feeds von Blogs und Medien zu organisieren. Doch damit es auf dem iPad richtig Spaß macht, seine RSS-Abos zu lesen gibt es Clients wie z.B. Reeder. Diese App präsentiert die abonnierten Feeds sehr übersichtlich und überaus ansprechend. Bookmarking-, Sharing- und Read-Later-Funktionen wie „Instapaper“ gibt es zusätzlich en masse. „Reeder“ ist zweifellos eine der besten Apps für das iPad.

Zu den richtig guten Apps gehört auch Flipboard, das es auf geradezu geniale Weise schafft, den eigenen Facebook- bzw. Twitter-Stream in Form eines ansprechenden Magazin zu präsentieren. Dazu werden Bilder und Videos aus geposteten Tweets oder Facebook-Updates in einfaches, aber dennoch ansprechendes Layout gepackt. „Flipboard“ ist so etwas wie eine individuelle Zeitschrift. Klasse gemacht und – völlig kostenlos. Wer gern Radio hört, bekommt mittlerweile eine ganze Reihe guter Apps, wie z.B. Radio.de, das eine geradezu endlose Vielfalt an Sendern und Stilen bietet. Aber auch kleinere Apps wie die WDR-App von Tobit-Software machen Spaß. Vielleicht noch ein Blick auf Spiele, obwohl ich hier nicht als Experte auftreten kann. Aber das Flippern mit Pinball HD kann süchtig machen. Fehlt eigentlich nur noch ein bisschen Kneipen-Atmo und jemand, der einem ab und zu ein frisches Bier bringt. Jedenfalls ist das Flippern für das iPad wie geschaffen.

"Flipboard" - Social Media in Magazin-Form

Das kontrovers diskutierte Fehlen von Flash auf dem iPad macht sich hin und wieder beim Surfen bemerkbar. Es ist ein schade, dass man das eine oder andere Video nicht sehen kann, aber so richtig nervig ist es dann auch wieder nicht. Man kann damit leben. Letztlich arbeitet die Zeit hier für Apple und seinen harten Anti-Flash-Kurs. Schon bald wird niemand mehr Flash eine Träne hinterher weinen.

Ob man wirklich umfangreiche Bücher auf dem iPad lesen will, kann wohl nur jeder für sich beantworten. Ich persönlich bin doch eher der Papierfreund. Ich brauche das haptische Erlebnis beim Romane-Lesen, den Geruch das Papiers und leise Rascheln beim Umblättern. Da mag das iPad gerade Letzteres zu kopieren versuchen: Ich lese letztlich halt doch auf einem spiegelndem Bildschirm. Aber ich will gar nicht ausschließen, in Zukunft auch mal ein Buch auf dem iPad zu lesen. Bei Sachbüchern könnte ich mir das noch am ehesten vorstellen. Im Moment allerdings stellt sich mir diese Frage ohnehin nicht. Denn fast alle meine Lieblingsautoren sind im Bookstore nicht zu bekommen. Ich weiß nicht so recht, welche Leser mit dem derzeitigen Angebot angesprochen werden sollen. Ich bin es jedenfalls nicht. Welche Politik die deutschen Verlage hier verfolgen, ist wohl noch sehr unklar. Ich bin gespannt, in welche Richtung sich dieser Markt entwickeln wird.

Und was ist nun das Fazit? Das iPad ist ein nahezu perfekter Alleskönner. Man nimmt es einfach gerne zur Hand, es weckt sofort den Spieltrieb. Wer viel in Sozialen Medien unterwegs ist, wird die komfortablen Apps schätzen. Fotos zu betrachten ist aufgrund des hervorragenden Displays ein Genuss, und auch Filmfreaks werden es lieben. Wünschenswert bleiben weitere App-Highlights wie Flipboard oder Reeder. Aber die – da bin mir ziemlich sicher – werden nicht lange auf sich warten lassen.

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